Presserat erteilt zehn Rügen

Auf seinen Sitzungen vom 12.-14. Juni hat der Presserat zehn Rügen erteilt. Gerügt wurde u.a. der Rheinneckarblog für die Erfindung eines Terror-Anschlags in Mannheim. Der fiktionale Charakter des Berichts war für die User nicht erkennbar. Die Redaktion hat dem Ansehen der Presse damit massiv geschadet. 

Das aktuelle Foto des Gladbeck-Geiselnehmers Dieter Degowski durfte nicht gezeigt werden, rügte der Presserat die BILD-Zeitung. Die Redaktion hatte ihn zum 30. Jahrestag des Geiseldramas auf einer Parkbank sitzend gezeigt. Nach dem Pressekodex soll im Interesse der Resozialisierung die Fotoveröffentlichung eines Täters unterbleiben. 

 

 

Redaktionen müssen die Doppelfunktion von Agenturen klar kennzeichnen. Der Presserat rügte den Kölner Stadtanzeiger und die Kölnische Rundschau, weil sie die Doppelfunktion einer Agentur als Pressestelle einerseits und Zulieferer von journalistischen Texten andererseits nicht nachvollziehbar gekennzeichnet hatte.

Der Presserat kritisierte zudem die Veröffentlichung ungeprüfter Aussagen von anderen Medien. Er appellierte an die Redaktionen, eigene Recherchen trotz Zeitnot nicht zu vernachlässigen. Etliche Redaktionen hatten eine fehlerhafte Information aus einer Regionalzeitung übernommen, der ein Fehler unterlaufen war. Zur Pressemitteilung

Netanjahu-Karikatur ist von der Meinungsfreiheit gedeckt

Der Deutsche Presserat sieht in der Netanjahu-Karikatur von Dieter Hanitzsch in der Süddeutschen Zeitung keinen Verstoß gegen den Pressekodex. Die Grenze zur Diskriminierung von Juden nach Ziffer 12 Pressekodex ist nicht überschritten, entschied das Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle der Presse mehrheitlich. Die Gesichtszüge des israelischen Premierministers sind zwar überzeichnet, im Rahmen der Meinungsfreiheit ist dies aber zulässig. Acht Leserinnen und Leser hatten sich beim Presserat beschwert, weil sie sich u.a. an Zeichnungen aus dem nationalsozialistischen „Stürmer“ erinnert fühlten.   Zur Pressemitteilung

Aktuelles

15. Juni 2018

Presserat spricht zehn Rügen aus

Erfundener Terror-Anschlag in Mannheim schadet dem Ansehen der Presse

Der Presserat rügt den RHEINNECKARBLOG für die Erfindung eines...

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13. Juni 2018

Netanjahu-Karikatur in der Süddeutschen Zeitung von der Meinungsfreiheit gedeckt

Der Deutsche Presserat sieht in der Netanjahu-Karikatur von Dieter Hanitzsch in der Süddeutschen Zeitung keinen Verstoß gegen den Pressekodex. Die...

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10. April 2018

Stellenausschreibung: Volljurist/-in gesucht

Der Presserat sucht für seine Geschäftsstelle als Elternzeitvertretung in Teilzeit (75 Prozent) ab dem 1. Juni 2018 zunächst bis zum 31.01.2019...

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23. März 2018

Rüge für BILD-Bericht "Schmutzkampagne der SPD"

BILD hatte unter dem Titel „Neue Schmutzkampagne bei der SPD“ über einen angeblichen Mailverkehr zwischen Juso-Chef Kevin Kühnert und einem Russen...

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22. März 2018

Qualität von Online-Umfragen muss für die User erkennbar sein

Nicht-repräsentative  Online-Umfragen müssen als solche gekennzeichnet sein. Das Plenum des Deutschen Presserats hat entschieden, dass derartige...

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Nächste Beschwerdeausschüsse im September

Die Beschwerdeausschüsse des Deutschen Presserats kommen vom 18.-20. September in Berlin zusammen. 

Datenbank

Rüge, Missbilligung oder Hinweis, wie hat der Presserat entschieden? Hier können Sie online in der Spruchpraxis des Presserats eine Auswahl an Beschwerdefällen von 1985 bis heute recherchieren.
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Jahresbericht 2017: Immer mehr Rügen wegen Schleichwerbung

Der Deutsche Presserat hat am 7. März in Berlin seinen Jahresbericht vorgestellt. 1.788 Leserinnen und Leser wandten sich im vergangenen Jahr an den Presserat. 2016 gab es noch 1.851 Beschwerden. Weniger häufig als in den Vorjahren griff der Presserat zu seiner schärfsten Sanktion: 21 öffentliche Rügen verhängten die Beschwerdeausschüsse 2017, im Vorjahr waren es 33. Fast jede zweite Rüge bezog sich auf Verstöße gegen den Trennungsgrundsatz von Werbung und Redaktion. „Gerade im unklaren Aufbau von Online-Seiten und der Bezeichnung von bezahlten Veröffentlichungen als ‚Partnerinhalt‘ sehen wir eine schwerwiegende Irreführung der Leserinnen und Leser“, so der Geschäftsführer des Presserats Lutz Tillmanns.

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