Aktuelles

15. Januar 2018

G20-Fahndungsfotos: Presserat leitet Verfahren ein

Wegen der Veröffentlichung polizeilicher Fahndungsfotos gegen mutmaßliche G20-Straftäter hat der Presserat ein Verfahren gegen BILD und Hamburger Morgenpost Online eingeleitet. Insgesamt sieben Beschwerden gingen beim Presserat ein, weil die beiden Zeitungen öffentliche Fahndungsfotos der Hamburger...mehr lesen

Polizei übernommen hatten. 

Entscheidung im März

Unter der Überschrift „Polizei sucht diese Krawall-Barbie“ zeigte BILD am 18.12.2017 eine junge blonde Frau und weitere Personen, die während der G20-Proteste in Hamburg randaliert haben sollen. Ein weiterer Leser beschwerte sich beim Presserat, weil die Hamburger Morgenpost in ihrer Online-Ausgabe vom 20.12.2017 Fotos mutmaßlicher G20-Täter veröffentlichte, die sich mittlerweile der Polizei gestellt hatten. 

Der Presserat prüft auf seiner Sitzung am 22.3.2018, ob die Fotos und Artikel gegen den Pressekodex verstoßen. Im Kern geht es dabei um die Frage, ob sie die Persönlichkeitsrechte der mutmaßlichen Straftäter verletzen und ob eine Vorverurteilung vorliegt. Über das Thema berichteten u.a. die taz, meedia und epd.

Missbilligung wegen Medienpranger

Im vergangenen September hatte der Deutsche Presserat bereits den Artikel „Gesucht! Wer kennt diese G20-Verbrecher?“ der BILD missbilligt. Der Presserat hatte hierzu elf Beschwerden erhalten, die eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Abgebildeten und einen Medienpranger kritisierten.

Aufgrund des überragenden öffentlichen Interesses an dem Geschehen in Hamburg sah der Presserat damals keinen Verstoß gegen den Schutz der Persönlichkeit nach Ziffer 8 des Kodex. Jedoch verstieß die Art der Darstellung – mit Foto und eingeklinktem Porträtbild – in Verbindung mit dem Fahndungsaufruf gegen den Pressekodex, da die Betroffenen an einen öffentlichen Medienpranger gestellt wurden.

23. März 2017

Beschwerden zu Trump-Cover als unbegründet bewertet

Der Deutsche Presserat hat sich auf seiner Beschwerdeausschuss-Sitzung am 23.03.2017 mit dem Trump-Cover des SPIEGEL "America first" beschäftigt und die vorliegenden Beschwerden als unbegründet bewertet. Die Karikatur ist zwar provokant, aber ein zulässiger Beitrag im Rahmen der politischen...mehr lesen

Berichterstattung, der von der Meinungsfreiheit gedeckt ist. Die Redaktion setzt sich in Form einer satirischen Karikatur in überspitzter Art und Weise mit dem umstrittenen Agieren des US-Präsidenten und seinem Verständnis von Freiheit auseinander. Zu sehen ist, wie der US-Präsident den abgeschnittenen Kopf der Freiheitsstatue in der Hand hält. 21 Leser hatten sich beschwert und unter anderem kritisiert, dass die Darstellung Trumps diffamierend und ehrverletzend sei. Beide Vorwürfe treffen nach Ansicht des Presserats nicht zu.

Ebenfalls als unbegründet bewertet wurde eine weitere Beschwerde gegen das Cover der Deutschlandausgabe von CHARLIE HEBDO "Spiegel-Leser außer Rand und Band". Auch hier ist der Presserat der Meinung, dass die satirische Auseinandersetzung in Form einer Karikatur zwar provokant ist, aber keine presseethische Grenze überschreitet. In Anlehnung an das Trump-Titelbild zeigt CHARLIE HEBDO Angela Merkel, die den abgeschnittenen Kopf von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in der Hand hält. Die Redaktion hatte unter anderem mit der Karikatur die Empörung von Lesern über das SPIEGEL-Cover persifliert.

04. August 2016

IQ lädt zur Ausbildungskonferenz

„Die Besten gewinnen: Frischer Wind im Volontariat“ - so lautet das Motto des zweiten Ausbildungsforums der Initiative Qualität im Journalismus. Präsentiert werden neue Daten zur Volontärsausbildung. Die Fachkonferenz findet am 15. September in Bonn statt. Sie wendet sich an Ausbilder, angehende und...mehr lesen

junge Journalisten, die Vertreter überbetrieblicher Bildungsarbeit sowie an alle anderen in der Journalistenausbildung Engagierten aus Praxis und Wissenschaft. Bei der IQ handelt es sich um eine Arbeitsgemeinschaft aus Berufsverbänden wie DJV, dju und BDZV, Presserat, Bildungsinstitutionen, Kontrollgremien, Wissenschaftlern und Vereinigungen der Medienbranche. Details zum Programm und Anmeldung unter www.initiative- qualitaet.de.

13. Mai 2016

Jahresbericht des Presserats erschienen

Der Jahresbericht 2015 des Presserats ist erschienen. Im Mittelpunkt: Der Beschwerderekord und die Diskussion um die Nennung der Herkunft bei Straftäterberichterstattungen. Zur Diskriminierungsrichtlinie wurde eine intensive Debatte im Presserat und in der Öffentlichkeit geführt. Den gesamten...mehr lesen

Jahresbericht finden Sie hier.

04. März 2016

Beschwerderekord beim Presserat

2.358 Beschwerden hat der Presserat im Jahr 2015 erhalten, so viele wie noch nie zuvor. Der Aufwärtstrend nach dem bisherigen Rekordjahr 2014 mit 2.009 Beschwerden geht somit weiter. Einen Großteil dieser Zahl machen die Beschwerden, die im Zuge der Berichterstattung über den Absturz der...mehr lesen

Germanwings-Maschine eingereicht wurden, aus. Aber auch politische Berichterstattung ist ein großes Thema bei den Menschen, die sich beim Presserat beschweren. Im laufenden Jahr 2016 dominiert bislang die Berichterstattung über die Ereignisse von Köln die Beschwerdepost. Am häufigsten kritiserten Leser Artikel in regionalen und lokalen Tageszeitungen. Weitere Infos zur Statistik finden Sie hier.