Aktuelles

14. Oktober 2014

Presseräte stärken Zusammenarbeit

Über ihre zukünftigen Aktivitäten hat sich die „Alliance of Independent Press Councils of Europe (AIPCE)“, das Bündnis der unabhängigen Presseräte Europas, im Rahmen ihrer jährlichen Konferenz am 9. und 10. Oktober 2014 in Brüssel beraten. Die AIPCE will die Zusammenarbeit ihrer Mitglieder stärken...mehr lesen

und hat als Teil dieser Bestrebungen eine neue Arbeitsgruppe gegründet. Diese besteht aus Repräsentanten dreier Mitgliedsorganisationen. Im ersten Jahr werden dies Mitglieder der Presseräte aus Österreich, Belgien und Kosovo sein.

Die nächste AIPCE-Konferenz wird im kommenden Jahr in Wien stattfinden.

Die Pressemitteilung der AIPCE im Original:

Independent Press Councils of Europe strengthen their cooperation

During the 16th annual meeting of the Alliance of Independent Press Councils of Europe (AIPCE), held in Brussels on 9 and 10 October 2014, the Alliance discussed its future.

AIPCE confirmed itself as an alliance of independent European press councils, that is, press councils coming from countries that are geographically located in Europe or member states of the Council of Europe. At the same time, AIPCE confirmed its commitment to continue cooperation with press councils from outside Europe.

The alliance will strengthen the cooperation and communication between its members.  As part of this development, the Alliance has established a working group consisting of the councils from three member states. For the first year, the group is made of representatives of press councils from Austria, Belgium and Kosovo. Next year’s annual AIPCE conference will be held in Vienna, Austria.

18. August 2014

Zurückhaltung bei mächtigen Bildern

Deutschlandradio Kultur widmet sich im Rahmen eines Beitrags von Tim Wiese der medienethischen Debatte, die durch ein Hinrichtungs-Video der IS-Terroristen oder die Vorkommnisse in Ferguson in den USA ausgelöst wurde. Was dürfen, was müssen Journalisten zeigen und was sollten sie nicht...mehr lesen

veröffentlichen? Dazu befragte er auch den Geschäftsführer des Deutschen Presserats, Lutz Tillmanns, der auf die Notwendigkeit von z.B. Kriegsberichterstattung hinwies, die er gerade bei Videos von Hinrichtungen aber Zurückhaltung für ganz wichtig hält.

Warum, das erklärt er in dem Interview, das im "Breitband"-Blog von Deutschlandradio Kultur zu hören ist.

21. Mai 2014

Überfall endet tödlich

Eine Tageszeitung zeigt einen Überfall auf einen Motorradfahrer in Brasilien. Für den Verbrecher endet die Aktion tödlich. Ein Zivilbeamter erschiesst ihn. Der Motorradfahrer hält alles mit seiner Helmkamera fest. Eine Tageszeitung veröffentlicht das Video. Der Presserat hält die Berichterstattung...mehr lesen

für unangemessen sensationell und spricht eine Missbilligung aus. Der Fall wird ausführlich in der Journalisten-Zeitschrift DREHSCHEIBE vorgestellt.

25. März 2014

Datenschutz: Hinweis für Zeitung

Der Ausschuss für den Redaktionsdatenschutz hat einen Hinweis gegen eine Regionalzeitung ausgesprochen. Die Redaktion hatte unter voller Namensnennung über den Prozess gegen einen Grundschullehrer im Verbreitungsgebiet berichtet. Der Mann war wegen sexuellen Missbrauchs in fünf Fällen angeklagt...mehr lesen

gewesen und wurde frei gesprochen. Auch wenn nach Ansicht des Richters vieles dafür gesprochen habe, dass die Vorwürfe stimmten, am Ende habe es an Beweisen gefehlt, heißt es im Artikel weiter. Nach Ansicht des Datenschutz-Ausschusses hat die Zeitung den Schutz der Persönlichkeit des Mannes nicht gewahrt. Seine informationelle Selbstbestimmung wurde verletzt.  Zwar wurde dem Lehrer eine schwere Straftat vorgeworfen, doch er wurde freigesprochen. Der eingetretene Schaden für den Ruf des Mannes sei jedoch hoch, der Name hätte im Artikel anonymisiert werden müssen, urteilte das Presserats-Gremium. Da die Redaktion den Beitrag jedoch nachträglich anonymisiert hatte, sprach der Ausschuss nur einen Hinweis aus.

Der Ausschuss tagte am 24. März 2014. Insgesamt wurden zwei Datenschutz-Fälle behandelt. Neben dem ausgesprochenen Hinweis lag eine weitere Beschwerde gegen eine Regionalzeitung vor, die als unbegründet bewertet wurde.

17. Februar 2014

Mehr Online als Print

Den Presserat erreichen immer mehr Beschwerden gegen  Online-Veröffentlichungen. „In fast 60 Prozent der Fälle, die im vergangenen Jahr 2013 anhand des Pressekodex zu prüfen waren, ging es um Beiträge, Fotos oder Videos auf Online-Seiten von Zeitungen und Zeitschriften. Hier ist über die vergangenen...mehr lesen

Jahre ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen“, sagte Ursula Ernst, Sprecherin des Deutschen Presserats vor der Jahrespressekonferenz am 19. Februar. Insgesamt bleibt der Presserat auch 2013 weiter ein gesuchter Ansprechpartner: 1.347 Menschen wandten an die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse, um redaktionelle Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften und deren Online-Seiten anhand des Kodex prüfen zu lassen. Damit bleibt die Zahl der Beschwerden nach 2012 (1.500) und 2011 (1.323) auch in diesem Jahr auf einem hohen Niveau. Ernst: „Der Presserat ist ein Garant für Qualität im Journalismus und regt durch seine presseethischen Entscheidungen immer wieder die kritische Selbstreflexion in der Medienbranche an.“

Auffallend ist: 2013 erhielt der Presserat  weniger Sammelbeschwerden. Im Jahr 2012 (1.500) sowie auch im Beschwerde-Rekordjahr 2010, als 1.661 Beschwerden eingingen, zogen einzelne Berichterstattungen einen regelrechten Strom von Beschwerden nach sich (2010: Loveparade-Katastrophe mit 245 Beschwerden, Titanic mit „Kirche heute“ mit 200 Beschwerden,  2012: Papst-Cover Titanic mit 180 Beschwerden, Post-von-Wagner-Kolumne mit 70 Beschwerden). 2013 erreichten lediglich 129 Sammelbeschwerden den Presserat, die größte und bekannteste war die gerügte Kolumne in der TAZ zur Wahl des Papstes (49 Beschwerden zur Print- und Online-Veröffentlichung). Darüber hinaus polarisierte eine satirische Postkarte der TITANIC zur Diskussion in der katholischen Kirche um die "Pille danach" (17 Beschwerden) sowie die Berichterstattung "Die Tricks der Optiker" im STERN (23 Beschwerden) und eine Berichterstattung der BILD über die E-Zigarette (9 Beschwerden).