Häufige Fragen zum Beschwerdeverfahren

Wofür ist der Presserat zuständig?

Der Presserat ist nur für journalistisch-redaktionelle Inhalte der Printmedien (Zeitungen, Zeitschriften) sowie von Online-Medien zuständig, die sich bei uns verpflichtet haben. Fürs Fernsehen und Radio sind wir nicht zuständig. Bitte wenden Sie sich an die zuständigen Stellen.

Auch für Gegendarstellungs- und Schmerzensgeldansprüche sowie Anzeigen oder Werbung ist der Presserat nicht zuständig. Wenn Sie unsicher sind, ob wir in Ihrem Fall zuständig sind, fragen Sie bitte in der Geschäftsstelle nach.

Kann sich jeder beschweren?

Ja. Grundsätzlich hat jeder, ob Privatperson, Verein oder Verband etc. die Möglichkeit, sich beim Presserat zu beschweren.

Wie muss die Beschwerde aussehen?

Sie muss schriftlich – unter Bezugnahme auf den Pressekodex – eingereicht werden. Dies sollte über unser Beschwerdeformular auf der Homepage geschehen oder per Post an die Geschäftsstelle. Der Artikel muss mit eingereicht werden, im Online-Bereich sind der Link zum Artikel sowie ein Screenshot notwendig. Allgemeine Presseschelte ohne Bezugnahme auf einen Artikel behandeln wir nicht.

Was passiert mit meiner Beschwerde?

Nach Eingang der Beschwerde findet eine Vorprüfung durch den/die Beschwerdeausschussvorsitzende/n und die Geschäftsstelle statt. Falls Ihre Beschwerde offensichtlich nicht gegen den Pressekodex verstößt und unbegründet ist, teilen wir Ihnen dies schriftlich mit.

Sofern Ihre Beschwerde nicht offensichtlich unbegründet ist, bitten wir das betroffene Medium um eine Stellungnahme. Anschließend entscheidet der Beschwerdeausschuss, der sich vier Mal im Jahr trifft, über den Fall. Sie werden über diese Entscheidung schriftlich unterrichtet. Ist Ihre Beschwerde begründet, ergreift der Ausschuss eine Maßnahme gegen das Medium.

Warum nimmt der Presserat keine anonymen Beschwerden an?

Anonyme Beschwerden werden grundsätzlich nicht behandelt (§ 2 Abs. 1 BO). Wir vertreten die Auffassung, dass die Redaktion wissen sollte, wer sich über sie beschwert. Medienethik lebt vom Gespräch, deshalb wollen wir der jeweiligen Redaktion ermöglichen, Beschwerdeführerinnen und Beschwerdeführer direkt zu kontaktieren und mit ihnen in einen Dialog zu treten. 

Selbstverständlich leiten wir Ihre Daten nur mit Ihrem unterschriebenen Einverständnis an die Redaktion weiter. Sie haben also jederzeit die Möglichkeit, die Beschwerde zurückzuziehen, wenn Sie Ihren Namen nicht preisgeben möchten. Sie können in Ausnahmefällen auch einen Antrag auf Anonymisierung stellen, wenn Sie beispielsweise selbst bei dem kritisierten Medium tätig sind, in der Branche arbeiten oder darlegen können, dass sie durch die Beschwerde schwerwiegende persönliche Nachteile erwarten. Wenn Sie uns Ihre Begründung genannt haben, entscheidet über das Anonymisierungsgesuch der zuständige Vorsitzende des Beschwerdeausschusses mit dem Geschäftsführer des Presserats.

Welche Maßnahmen kann der Presserat ergreifen?

  • öffentliche Rüge (mit Abdruckverpflichtung)
    bzw. nicht-öffentliche Rüge (auf Abdruck wird verzichtet, z.B. aus Gründen des Opferschutzes)
  • Missbilligung
  • Hinweis

Darüber hinaus kann der Beschwerdeausschuss trotz begründeter Beschwerde auf eine Maßnahme verzichten, wenn die Redaktion den Fall in Ordnung gebracht hat (z.B. durch den Abdruck eines Leserbriefes oder eine redaktionelle Richtigstellung).

Kann ich eine Entscheidung anfechten?

Grundsätzlich ja. Sie müssen dazu bis zwei Wochen nach der Entscheidung Wiederaufnahme beantragen. Dazu müssen Sie aber neue Gegebenheiten nachweisen, die evtl. zu einer anderen Entscheidung führen könnten. Siehe hierzu §16 in unserer Beschwerdeordnung. Der Beschwerdeausschuss entscheidet dann, ob er den Fall wiederaufnimmt.

Wo kann ich mich über Fernsehen, Radio, Anzeigenblätter und Werbung beschweren?

In der Regel bei den zuständigen Rundfunkräten bzw. Landesmedienanstalten. Für Werbung ist der Deutsche Werberat zuständig. Wir haben Ihnen eine entsprechende Liste zusammengestellt.

Weitere Fragen? Kontaktieren Sie uns!

Deutscher Presserat
Fritschestr. 27/28
10585 Berlin

Tel: 030- 367007- 0
Fax: 030- 367007- 20

E-Mail: info(at)presserat(dot)de

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