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Versehentlich Kennzeichnung versäumt

Komplette Doppelseite mit Text und Anzeige war bezahlte Werbung

Eine TV-Programm-Zeitschrift veröffentlicht eine Doppelseite unter der Überschrift „So programmiert man den Körper auf Abnehmen“. Auf der Doppelseite ist auch eine als solche gekennzeichnete Anzeige platziert, die unter diesem Motto steht: „Trotz Laktoseintoleranz mit Almased bestens versorgt“. Die Anzeige bewirbt das Produkt „Almased laktosefrei“. Der vermeintlich redaktionelle Beitrag befasst sich mit der Wirkung von „Almased“ bei der Gewichtreduzierung. Ein Leser der Zeitschrift kritisiert, dass die in Ziffer 7 des Pressekodex geforderte Trennung von redaktionellen und werblichen Inhalten nicht beachtet worden ist. Neben die als Werbung gekennzeichnete Anzeige sei ein ausführlicher, positiv wertender Artikel gestellt worden, der nur das Produkt „Almased“ nenne. Die Rechtsvertretung der Zeitschrift teilt mit, dass es sich auch bei dem Text auf der Doppelseite um Werbung handele. Bedauerlicherweise sei die sonst übliche Kennzeichnung nicht erfolgt. Die Redaktion habe umgehend dafür gesorgt, dass sich derartiges künftig nicht wiederholen werde. Von einer bewussten Verschleierung des werblichen Charakters der Veröffentlichung könne nicht die Rede sein.

Der Vorsitzende des Beschwerdeausschusses erkennt in der Veröffentlichung einen Verstoß gegen das in Ziffer 7 des Pressekodex festgehaltene Gebot zur strikten Trennung von Werbung und Redaktion. Er spricht einen Hinweis aus. Wie die Rechtsvertretung der Zeitschrift eingesteht, handelt es sich bei dieser Veröffentlichung um einen Anzeigenplatz, der als solcher hätte gekennzeichnet werden müssen. Der Presserat berücksichtigt bei der Bemessung der Maßnahme, dass die Zeitschrift glaubhaft machen kann, dass eine hinreichende Kennzeichnung geplant war, aber durch ein Versehen unterlassen wurde.