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Hier steht Aussage gegen Aussage

Ex-Kripo-Beamter sieht sich falsch zitiert – Reporter: „Korrekt berichtet“

„Schlampte die Justiz im ´Badewannen-Mord´-Fall?“ – so überschreibt eine Boulevardzeitung online ihren Bericht über einen 21 Jahre zurückliegenden Todesfall. Der damalige Vorgang wurde vor dem Landgericht Wiesbaden neu aufgerollt. In diesem Zusammenhang wird die Aussage eines pensionierten Kripo-Beamten, der damals ermittelte, aus der aktuellen Verhandlung zitiert. Dieser ist in diesem Fall der Beschwerdeführer. Er betont, dass die ihm zugeschriebenen Zitate frei erfunden seien. Er fügt seiner Beschwerde einen Beitrag aus einer örtlichen Zeitung, in dem er korrekt wiedergegeben werde. Der Chefredakteur der Zeitung äußert sich zu dem Vorwurf. Er könne beim besten Willen nicht erkennen, dass die Berichterstattung seiner Zeitung gegen Ziffer 2 des Pressekodex (Journalistische Sorgfaltspflicht) verstoßen haben solle. Die Zitate stammten aus einer Gerichtsverhandlung, an der ein erfahrener Reporter teilgenommen habe. Dieser bleibe dabei, dass der Beschwerdeführer sich in der von ihm zitierten Weise geäußert habe.

Der Beschwerdeausschuss gelangt zu dem Schluss, dass die Beschwerde nicht aufklärbar ist. Der Beschwerdeführer hat ausgeführt, dass die ihm zugeschriebenen und veröffentlichten Zitate falsch seien. Die Redaktion betont, dass in der Berichterstattung korrekt das wiedergegeben worden sei, was der Beschwerdeführer geäußert habe. Der Beschwerdeausschuss sieht aufgrund dieser sich konträr gegenüberstehenden Darstellungen keine Möglichkeit, den Sachverhalt aufzuklären und die Angelegenheit abschließend zu bewerten.