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Hollands Königin einen Rollstuhl angedichtet

Zeitschrift spekuliert über gesundheitliche Probleme der Monarchin

„Schock-Diagnose! Angst vorm Rollstuhl“ titelt eine Zeitschrift und äußert sich im Bericht über die angeblichen X-Beine der niederländischen Königin Máxima. Es heißt, dass sie heftige Schmerzen habe und von der Aussicht auf ein Leben im Rollstuhl geplagt werde. Gleichzeitig wird auf der Titelseite die Frage aufgeworfen, ob nur noch eine riskante Operation helfen könne und was aus den Kindern werde. Das Blatt, dessen bevorzugte Themen das bunte Leben im Bereich des Regenbogens widerspiegeln, veröffentlicht ein Bild der Königin, das sie mit Krücken zeigt. Ein Leser des Blattes bemängelt, dass die Redaktion keine Belege für Schmerzen und die Notwendigkeit einer Operation liefere. Auch die angebliche Angst Máximas vor dem Rollstuhl werde nicht mit Fakten untermauert. Die Berichterstattung sei unwahrhaftig und lasse es an der nötigen Sorgfalt fehlen. Der Beschwerdeführer vermutet eine reine Spekulation. Die Redaktion nimmt zu der Beschwerde nicht Stellung.

Die journalistische Sorgfaltspflicht wird durch die Veröffentlichung verletzt, weshalb der Beschwerdeausschuss eine Missbilligung ausspricht. Die Berichterstattung erweckt beim Leser den Eindruck, als sei bei Königin Máxima eine schwere Erkrankung festgestellt worden. Die Redaktion liefert für ihre Behauptungen jedoch keinerlei Belege. Ein Orthopäde wird zitiert, der sich jedoch nur allgemein äußert. Dies als „Schock-Diagnose“ zu bezeichnen, geht zu weit. Der Bericht enthält somit eine falsche Tatsachenbehauptung. (0199/15/2)