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Berichterstattungsfreiheit hat Grenzen

Zeitung druckt Foto einer zwei Jahre zuvor Verstorbenen ab

Ein junges Mädchen kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Zwei Jahre später stirbt sein Freund, ein Neunzehnjähriger, als er beim Bau einer Höhle im Wald von Sandmassen verschüttet wird. Eine Boulevardzeitung berichtet über die beiden tragischen Todesfälle. Ein Foto zeigt die junge Frau, die seinerzeit tödlich verunglückte. Im Text heißt es: „Nach einem Glatteisunfall hatte sich (…) hinter die Leitplanke retten wollen. Doch ein 3er-BMW erfasste die 16-Jährige. Sie war sofort tot“. Beschwerdeführer sind die Eltern der Verstorbenen. Sie kritisieren, dass das Foto ohne ihre Zustimmung veröffentlicht worden sei. Bei ihrer Tochter handele es sich nicht um eine Person des öffentlichen Lebens. Die Rechtsabteilung der Zeitung informiert den Presserat darüber, dass sie mit Blick auf eine einvernehmliche Lösung des Konflikts ein Entschuldigungsschreiben an die Eltern geschickt habe. Die Redaktion biete eine öffentliche Entschuldigung an. Die Eltern der Verstorbenen hätten jedoch das Verfahren vor dem Presserat fortsetzen wollen. Die Rechtsabteilung räumt ein, dass die Fotoveröffentlichung ethisch nicht zu rechtfertigen sei. Das Foto werde nicht mehr verwendet. Eine entsprechende Unterlassungserklärung sei abgegeben worden. Es sei der Redaktion ein Anliegen gewesen, sich bei den Angehörigen zu entschuldigen. Sie sei sich ihres Fehlverhaltens bewusst.