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Falscher Bericht über William und Kate

„Nachweis“ einer Trennung der beiden mit Hilfe einer Fotomontage

Eine Zeitschrift berichtet über die angebliche Trennung von Prinz William und seiner Frau Catherine. In dem Beitrag finden sich diese Passagen: „Bei Prinz William (39) und seiner Ehefrau Kate (40) scheint der Haussegen nicht schief zu hängen, sondern krachend heruntergefallen und zerborsten zu sein“ und „Es spielt sich ein wahres Ehedrama ab! Ein Drama von dem eigentlich niemand etwas mitkriegen sollte.“ Die Redaktion schreibt unter anderem weiter: „Aber vor seinen engsten Mitarbeitern im Kensington Palace kann sich das Paar nicht verstecken. Sie sehen Kate mit den Kindern George (8), Charlotte (7) und Luis (4) und gepackten Koffern ins Auto steigen. Sie fuhr zu ihren Eltern nach Berkshire, weil ihr einfach alles zu viel wurde. So vermuten jedenfalls die Palastangestellten.“ Der Beschwerdeführer ist Betreiber des Formats Übermedien.de. Er sieht die Ziffern 1 und 2 des Pressekodex (Glaubwürdigkeit und journalistische Sorgfalt) verletzt. Der beanstandete Artikel sei auch als „Gastbeitrag“ von anderen Formaten übernommen worden, dann aber gelöscht worden. Ein Online-Magazin habe den Beitrag als falsch bezeichnet und sich bei seinen Leserinnen und Lesern entschuldigt. Die Zeitschrift teilt mit, zu der Beschwerde nicht Stellung nehmen zu wollen.

Der Beschwerdeausschuss kommt zu dem Schluss, dass die Berichterstattung gegen Ziffer 2, Richtlinie 2.2, verstößt. Er spricht eine öffentliche Rüge aus. Bei dem veröffentlichten Foto, das zeigen soll, dass die „Herzogin ihre Sachen gepackt und die Kinder mit zu ihren Eltern nach Berkshire genommen“ hat, handelt es sich um eine Fotomontage. Eine Kennzeichnung des Bildes als Montage fehlt. Der Beschwerdeausschuss erkennt einen schweren Verstoß gegen die Pflicht zur wahrheitsgetreuen Wiedergabe von Informationen.