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Roscoe „Fatty“Arbuckle war unschuldig

Fall aus den 20er Jahren in einem Bericht über Weinstein genannt

„Der widerliche Mr. Weinstein“ titelt ein Nachrichtenmagazin. Der Beitrag beschäftigt sich mit dem US-Filmproduzenten Harvey Weinstein und den Vorwürfen gegen ihn, Schauspielerinnen sexuell belästigt zu haben. In diesem Zusammenhang heißt es, dass dies der größte Hollywood-Sex-Skandal seit Roscoe „Fatty“ Arbuckle sein könnte, der in den 20er Jahren eine Frau beim Sex-Spiel zu Tode gequält habe. Ein Leser der Zeitschrift teilt mit, diese Aussage sei falsch, weil Roscoe Arbuckle unschuldig gewesen und vom Gericht freigesprochen worden sei. Die Rechtsabteilung des Verlages teilt mit, dass der Beschwerdeführer Recht habe. Der Autor des Beitrags habe sich nur auf eine Quelle gestützt und deren Darstellung nicht verifiziert. Er bedauere dies sehr. Die kritisierte Passage sei aus der Veröffentlichung gelöscht worden.

Das Nachrichtenmagazin hat gegen die in der Ziffer 2 des Pressekodex definierte journalistische Sorgfaltspflicht verstoßen. Die Beschwerde ist begründet. Wie die Rechtsabteilung des Verlages selbst einräumt, war die in dem Artikel enthaltene Aussage über Roscoe „Fatty“ Arebuckle falsch. Der Schauspieler war in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Die Zeitschrift hat ihren Fehler eingeräumt und korrigiert, weshalb der Presserat auf eine Maßnahme verzichtet.