Entscheidungen finden

„Unerträglich verharmlosende Berichterstattung“

Beschwerdeführer vermisst die Nennung kritischer Fakten

Eine Lokalzeitung porträtiert unter der Überschrift „En Angelner will an die AfD-Spitze“ den möglichen Nachfolger als AfD-Bundeschef. Ein Leser der Zeitung kritisiert, die Zeitung betreibe seit geraumer Zeit eine unerträglich verharmlosende Berichterstattung über Politiker der rechtsradikalen AfD. Er nennt das folgende Beispiel. Unter dem Stichwort „Einer von uns…“ habe die Zeitung über einen AfD-Politiker berichtet. Dabei seien kritische Fakten nicht zur Sprache gekommen. Die Beschwerde wurde nach einer Vorprüfung nach Paragraf 5 der Beschwerdeordnung als offensichtlich unbegründet bewertet. Bei der Wahl des Berichterstattungsfokus – so der Presserat – sei die Redaktion weitgehend frei. In diesem Fall mögen zwar kritische Aspekte zum Porträtierten nicht zur Sprache gekommen sein, doch ergebe sich daraus noch keine falsche Berichterstattung, die einen Kodexverstoß begründen könne. Gegen diese Bewertung hat der Beschwerdeführer Einspruch erhoben. Er stellt fest, zur Begründung seiner Beschwerde habe er ausführlich dargelegt, dass der Bericht über den AfD-Politiker wesentliche Tatsachen zu dessen Person weggelassen habe und deshalb „unwahrhaft“ im Sinne der Ziffer 1 des Pressekodex gewesen sei. Darauf sei der Presserat überhaupt nicht eingegangen. Der Beschwerdeführer weiter: Es müsse dem Presserat eigentlich geläufig sein, dass man die Unwahrheit nicht nur durch direkte Lüge sagen könne, sondern auch durch das Weglassen wesentlicher Tatsachen. Das sehe der Presserat offensichtlich anders. Insgesamt bewerte er die Antwort auf seine Beschwerde als schlechter als ungenügend. Der Beschwerdeführer fordert den Presserat auf, seine Beschwerde erneut und nunmehr mit halbwegs nachvollziehbaren Erwägungen zu behandeln.