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Namensnennung

Eine Boulevardzeitung nennt den vollen Namen eines Mannes, der Tiere auf grausame Art und Weise gequält haben soll: »Er folterte Schafe, Kaninchen, Gänse. Er ist Deutschlands größter Tierquäler. Und der Schlüssel zu seinen Grausamkeiten ist sein Familienname: Ratte heißt er, tatsächlich Ratte - wie diese missliebige Tierart.« Der Beitrag versucht einen Zusammenhang herzustellen zwischen dem Nachnamen des Betroffenen und seinen Taten. Seine Schwester wird mit den Worten zitiert, er habe besonders unter seinem Namen gelitten. Auch ein Sexualwissenschaftler und eine Psychologin kommen mit Kurzinterpretationen zu Wort. Ein Leser des Blattes sieht In der Veröffentlichung eine Vorverurteilung und beschwert sich beim Deutschen Presserat. Namensnennung und Angabe von Alter, Beruf, Größe und Vorname der Schwester machten den Mann zudem voll identifizierbar. Die Namensnennung sei notwendig gewesen, erklärt die Redaktion, um dem Leser den Hintergrund der Taten, die Motivation des Täters und die Tragik des Falles zu verdeutlichen. Herr Ratte sei mit der Namensnennung einverstanden gewesen. Die Mitbewohner seines Dorfes hätten schon aus der Lokalpresse erfahren, dass er die Taten begangen haben soll. Mit diesem Beitrag habe die Zeitung verständlich machen wollen, dass der Tierquäler für seine Taten nicht verantwortlich zu machen sei.