Entscheidungen finden

Ehrverletzung

Eine Stadtillustrierte stellt einen heimischen Stadtverordneten und Bundestagsabgeordneten vor. Sie kritisiert die Rolle, die er in seiner Partei spielt, und weist auf mögliche Verstrickungen des Politikers bei der Vergabe von Bauaufträgen hin. Er sei ein Naturtrottel, der seine Eltern zu keinerlei Hoffnung berechtigte, und der schrecklichste Knallerbsenfabrikant, den es in der Geschichte seiner Partei jemals gegeben habe. Schließlich zitiert das Blatt einen nicht Mitbewerber der Zeitschrift legt Beschwerde beim Deutschen Presserat ein. Der Beitrag sei falsch und verleumderisch: Er erwecke beim Leser den Eindruck, der Betroffene habe illegale Spenden angenommen, Berichte gefälscht und Gelder zweckentfremdet. Die Stadtillustrierte beruft sich auf ein breites öffentliches Interesse, da der von ihr kritisierte Politiker politische und geschäftliche Interessen in höchst fragwürdiger Weise verknüpft habe. (1994)