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Baby getötet und dann in den Müll geworfen

Unter Totschlagsverdacht stehende junge Mutter identifizierbar dargestellt

Eine Boulevardzeitung berichtet unter der Überschrift “Sie hat ihr Baby erstickt und einfach weggeworfen” über die Tat einer 23-jährigen Mutter, die ihr neugeborenes Kind getötet, in eine Plastiktüte gepackt und in den Müll geworfen haben soll. Ein Foto zeigt die Frau mit gesenktem Kopf und geschlossenen Augen. Das Bild ist nicht gepixelt. Der Beschwerdeführer wendet sich an den Deutschen Presserat. Die Tatverdächtige sei nicht genügend unkenntlich gemacht worden, der Abdruck des Fotos für das Verständnis des Tathergangs zudem überflüssig. Schließlich sei die Frau keine Person der Zeitgeschichte. Nach Meinung der Rechtsabteilung der Zeitung ist die junge Frau wegen ihres Haarbandes und des gesenkten Blickes nicht zu identifizieren. Außerdem habe die Redaktion den Namen abgekürzt. Die Zeitung beruft sich auf die Spruchpraxis des Presserats, wonach in eindeutigen Fällen identifizierbar berichtet werden dürfe. Die junge Mutter sei geständig und aufgrund einer DNA-Analyse überführt. Sie sei in einem laufenden Prozess wegen Totschlags angeklagt. (2006)