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Schumi und Lauda zum Gespött gemacht

Satire-Zeitschrift hat pressethische Grundsätze nicht verletzt

Gedruckt und online veröffentlicht eine Satirezeitschrift auf dem Titel ein Foto des ehemaligen Formel 1-Fahrers Niki Lauda. Der Text zum Bild geht so: „Exklusiv! Erstes Foto nach dem Unfall: So schlimm erwischte es Schumi“. Mehrere Leser der Zeitschrift wenden sich mit Beschwerden an den Presserat. Übereinstimmender Tenor: Die Beschwerdeführer sehen mit dem Cover die Grenzen des Humors und des guten Geschmacks deutlich überschritten. Für sie sind mehrere presseethische Grundsätze verletzt. Weder Michael Schumacher noch Niki Lauda hätten es nach ihren schweren Unfällen verdient, sich derart verunglimpfen und zum Gespött machen zu lassen. Die Zeitschrift nimmt zu den Vorwürfen nicht Stellung.

Die Zeitschrift hat mit ihrem Titelbild nicht gegen presseethische Grundsätze verstoßen. Die Beschwerde ist unbegründet. Im Presserat geht es um die Frage, ob das Bild in Verbindung mit dem Text Niki Lauda herabwürdigt und ihn in seiner Ehre verletzt. Eine knappe Mehrheit im Beschwerdeausschuss hält die Veröffentlichung für presseethisch unbedenklich. Tatsachenkern der Satire ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Medienrummel um Michael Schumachers Gesundheitszustand und der Jagd der Reporter nach Fotos von dem Verunglückten. Die Zeitschrift präsentiert dabei als – falsche – „Trophäe“ Niki Lauda. Das Foto ist neutral. Die Unfallverletzungen von Niki Lauda, die er bei einem Formel 1-Rennen erlitten hatte, werden nicht in den Mittelpunkt gestellt. Niki Lauda muss es hinnehmen, in diesem Zusammenhang im Fokus einer Satire zu stehen. (0043/14/2)