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Mit dem E-Auto gegen den Klimawandel?

Redaktion weist Vorwurf zurück, gegen Trennungsgrundsatz verstoßen zu haben

Eine Regionalzeitung veröffentlicht einen Beitrag unter der Überschrift „Stephen Hawking machte in letzter Botschaft an die Menschheit eine Vorhersage über E-Autos“. Diese seien – so der Autor - auch für deutsche Autobauer wie die Daimler AG die Zukunft. Über E-Autos habe auch der bekannte Physiker Stephen Hawking geschrieben. Laut Hawking bezeichne der Fokus auf das E-Auto eine mögliche Entwicklung, die der Menschheit im Kampf gegen den Klimawandel helfen könnte. Hawkings Ideen – so die Redaktion weiter - seien so aktuell wie nie zuvor. Im Beitrag wird mehrfach auf ein namentlich genanntes Nachrichten-Portal eines Regional-Verlegers verwiesen. Ein Nutzer des Portals hält den Artikel für einen werblichen Beitrag, der nicht als solcher gekennzeichnet sei. Dem widerspricht der Redaktionsleiter. Der kritisierte Artikel sei ein redaktioneller Beitrag ohne jeglichen werblichen Charakter. Die Zeitung berichte häufig über den in der Region ansässigen Daimler-Konzern. Dieser habe als wichtigster Arbeitgeber der Region enorme Relevanz für ihre Leserschaft. Man informiere unabhängig und auch kritisch über den Konzern. Der Redaktionsleiter weist den Vorwurf, gegen die Ziffer 7 des Pressekodex (Trennung von Redaktion und Werbung) zurück.

Der Beschwerdeausschuss erkennt in der Berichterstattung einen Verstoß gegen das in Ziffer 7 des Pressekodex festgehaltene Gebot zur strikten Trennung von Werbung und Redaktion. Er spricht einen Hinweis aus. Unabhängig vom Veröffentlichungszusammenhang sieht der Ausschuss in der wiederholten Nennung eines Automobilanbieters sowie von dessen E-Auto-Modell die Grenze zur Schleichwerbung als überschritten an. Im Zusammenhang mit dem Thema der Berichterstattung ist an der namentlichen Nennung kein hinreichendes Leserinteresse im Sinne der Richtlinie 7.2 des Kodex anzunehmen.