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Fotoverwechslung

Ein Nachrichtenmagazin berichtet unter der Überschrift »Grips gefordert« über internationale Bemühungen von Umweltschützern, die Verwendung von Treibgas (FCKW) zu verringern, während sich die Industrie auf zweifelhafte Ersatzstoffe verlegt. U. a. heißt es: »Anstatt auf natürliche Produkte umzusteigen - etwa Helium als Kühlmittel, mechanische Pumpzerstäuber statt gefährlicher Treibgase, mineralische Dämmplatten statt Kunststoffschaum - beschwört die Industrie immer neue Gefahrenmomente herauf«. Den Beitrag illustriert u. a. ein Werkfoto, das Dämmbaustoffe aus Styropor zeigt Der Industrieverband Hartschaum legt Beschwerde ein. Die Abbildung erwecke im Zusammenhang mit dem Text den Eindruck, Styropor werde mit FCKW hergestellt. (1989)

Der Deutsche Presserat hält die Beschwerde für unbegründet. Zwar hat die Zeitschrift tatsächlich ein Foto veröffentlicht, das mit der im Text getroffenen Aussage nichts zu tun hat. Maßgebend für die Beurteilung des Falles ist aber, dass die Redaktion ihren Missgriff sofort einräumte und den Irrtum unverzüglich in einer unmittelbar folgenden Ausgabe richtig stellte. Soweit ein Fehler auf einem Irrtum beruht, sieht der Presserat grundsätzlich noch keine Veranlassung, sich einzuschalten. Wie im vorliegenden Fall kann es immer wieder einmal geschehen, dass Bilder vertauscht werden. Das Interesse des Presserats ist in einem solchen Fall lediglich darauf gerichtet, dass der Irrtum anschließend wieder korrigiert wird. (B 31/89)