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Satire

Zeitschrift: Sie nennen ihre Bande „Katholische Kirche“

Eine Satire-Zeitschrift veröffentlicht einen Meinungsbeitrag, der sich mit einem Pädophilieskandal in der Katholischen Kirche der USA beschäftigt. In Anlehnung an einen Billy-Wilder-Film heißt es hierzu: „In Billy Wilders ´Some like it hot´ versammelt sich die Bande von Gamaschen-Charly zu einem Bankett als ´Freunde der italienischen Oper“. Die amerikanischen Freunde des Kinderfickens haben den Spieß herumgedreht. Sie nennen ihre Bande ´Katholische Kirche´.“ Die Deutsche Bischofskonferenz ist der Ansicht, dass einseitig und verallgemeinernd ungenannte pädophile Priester als „amerikanische Freunde des Kinderfickens“ bezeichnet und mit der Katholischen Kirche gleichgesetzt würden. Sie erhebt Beschwerde beim Deutschen Presserat. Die Redaktion berichtet über diese Beschwerde und schickt ein Exemplar ihrer Zeitschrift an den Presserat. Diese Veröffentlichung begleitet die Redaktion mit den Worten: „In atemloser Spannung erwartet die Redaktion den 26. November: Wie wird der Beschwerdeausschuss in mündlicher Verhandlung entscheiden? Widerspricht die Erwähnung der Liebe des Kindervikars zu der Epheben Podex dem Kodex? Oder fällt in China ein Sack Reis um?“ (2002)

Bei dem Artikel handelt es sich um einen Meinungsbeitrag mit satirischem Charakter. Dieser kann akzeptiert werden, da dem Leser klar wird, dass die Aussage überspitzt ist und keine Schuldzuweisung in Richtung des gesamten Klerus der Katholischen Kirche in den USA darstellt. Mit dieser Begründung weist der Presserat die Beschwerde zurück. Er sieht die Ziffern 9 und 12 des Pressekodex nicht verletzt. (B1–207/02)