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Diäten mit Jodsalz

Frauenzeitschrift gab keine falschen Ernährungstipps

Eine Frauenzeitschrift veröffentlicht diverse Diät-Tipps. Dabei ist die Rede davon, das Jod den Stoffwechsel ankurbelt und die Schilddrüse dadurch Fett verbrennt. Eine Selbsthilfegruppe von Jodallergikern kritisiert, dass für Jodsalz Reklame gemacht werde mit dem Versprechen, damit könne man abnehmen. Sie warnt vor dieser Darstellung. Eine gesunde Schilddrüse beschleunige nicht den Stoffwechsel bei Einnahme von Jodsalz. Werde der Stoffwechsel beschleunigt, liege eine Überfunktion vor. Vor Joddiäten werde in der Fachliteratur gewarnt. Dennoch berichteten manche Medien, es sei möglich, mit Hilfe von Jodsalz abzunehmen. Die Selbsthilfegruppe ruft den Deutschen Presserat an. Die Chefredaktion der Frauenzeitschrift bestreitet, dass in den beanstandeten Artikeln zu so genannten „Jod-Diäten“ aufgerufen werde. Es gehe einzig und allein um die Darstellung und Erklärung von Wirkstoffen, Enzymen, Hormonen etc., die den Stoffwechsel ankurbeln und dadurch zu unbestrittenen Gewichtsabnahmen führen könnten. Hier sei nur einmal indirekt die Sprache von „Jod“ und nur einmal die Rede von „jodiertem Speisesalz“ gewesen. Hierbei handle es sich um ernährungs- und gesundheitswissenschaftlich untermauerte Aussagen, die sogar Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums entsprächen. Die von der Beschwerdeführerin angemahnten Probleme, so die Chefredaktion, würden ausdrücklich von allen Experten bestritten. Die Zeitschrift habe also keinesfalls „Jod-Diäten“ empfohlen, sondern nur Ernährungstipps gegeben und deren medizinische Wirkung auf den Organismus erklärt. (2002)

Eine Verletzung der Ziffer 2 des Pressekodex liegt nicht vor. Zu diesem Ergebnis kommt der Presserat, der die Beschwerde als unbegründet zurückweist. Jod-Diäten werden in dem strittigen Beitrag nicht gegeben. Es wird lediglich mitgeteilt, dass es bestimmte jodhaltige Lebensmittel gibt, die den Stoffwechsel anregen. Das dies so ist, dürfte unbestritten sein. Jedem Leser muss klar sein, dass eine Überdosierung von Jod selbstverständlich zu Schädigungen führen kann. Dies muss von der Zeitschrift nicht nochmals ausdrücklich erwähnt werden. Eine Verpflichtung der Redaktion, vor Jod zu warnen, da es auch allergische Reaktionen hervorrufen kann, besteht nicht. (B1-231/02)