Diskriminierungsfrei über Zuwanderung schreiben

Gemeinsam mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma veranstaltet der Deutsche Presserat am Mittwoch, 5. November, 2014, ein Mediensymposium mit dem Titel "Über Zuwanderung schreiben ohne diskriminierenden Unterton.

Seit einigen Jahren hat die öffentliche Diskussion über Zuwanderung und Integration zugenommen und eine neue Dynamik entwickelt. In diesem Prozess begleiten die Medien nicht nur die Öffentlichkeit, sie stellen sie teilweise erst her.Dabei beeinflussen sie die Einstellungen, Wertvorstellungen und Gesellschaftsbilder ihrer Nutzer. Verantwortliche journalistische Arbeit orientiert sich an den ethischen Grundsätzen des Berufsstandes. Beim Thema Zuwanderung bedeutet dies insbesondere eine diskriminierungsfreie Berichterstattung.

Wie diese zu erreichen ist, diskutieren der Medienanwalt und Honorarprofessor an der Technischen Universität Dresden, Prof. Dr. Christian Schertz, der ehem. Leiter des Zentrums für Antisemitismus-Forschung, Autor des soeben erschienenen Buches "Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit", Prof. Dr. Wolfgang Benz, WELT-Redakteurin

Freia Peters, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, und der stellvertretende Sprecher des Deutschen Presserats, Manfred Tidow.

Eröffnet wird die Veranstaltung mit Grußworten des Beauftragten der Bundesregierung für nationale Minderheiten und Aussiedler, Hartmut Koschyk (MdB), und des Amtschefs der Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Stefan Tidow.

Anschließend soll Gelegenheit dazu bestehen, Erfahrungen und Nachfragen aus dem Auditorium zu besprechen.

Die Veranstalter des Symposiums, der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Deutsche Presserat,  setzen sich gemeinsam für eine gute journalistische Praxis ein. Im Rahmen der Podiumsdiskussion, in welcher sich die Teilnehmer aus praktischer und wissenschaftlicher Perspektive dem Thema nähern, wird der Deutsche Presserat in die einschlägige Spruchpraxis einführen, unter anderem anhand der Berichterstattung über das Roma-Mädchen „Maria“.

Das Symposium findet in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten 6, in Berlin statt.


Vorsicht bei Gewaltfotos

Lassen sich Journalisten von Terroristen instrumentalisieren, wenn sie Gewaltfotos einer Hinrichtung veröffentlichen? Wo liegen die presseethischen Grenzen der Informationspflicht?

Die mutmaßliche Enthauptung des US-Journalisten James Foley durch die IS-Terrormiliz rückt diese Fragen in den Mittelpunkt. Der Geschäftsführer des Presserats, Lutz Tillmanns, hat in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa die Medien zu einem respektvollen Umgang mit Bildern zur mutmaßlichen Enthauptung im Fall Foley aufgerufen. Die Medien sollten zurückhaltend mit der Veröffentlichung von Fotos der Hinrichtung umgehen und sich nicht als Propagandainstrument der Terroristen missbrauchen lassen, sagte Tillmanns der dpa.

Zwar sei eine Veröffentlichung von Bildern Foleys etwa kurz vor seiner Ermordung aus Informationsgründen und angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Ereignis der Zeitgeschichte handele, denkbar. Doch sollte das Opfer dabei auf jeden Fall unkenntlich gemacht werden. „Wer Bilder veröffentlicht, auf denen der Journalist erkennbar wird, macht sich ethisch angreifbar“, sagte Tillmanns.

Auch wenn im Internet bereits grausame Bilder von der Hinrichtung im Umlauf seien - jede Redaktion müsse sich selber die Frage stellen, wie sie mit solchen Fotos konkret umgehen wolle. Der Presserat habe als Selbstkontrollorgan der Zeitungen und Zeitschriften sowie journalistischen Online-Portale einschlägige Richtlinien. So müsse stets das Informationsinteresse der Öffentlichkeit gegen die Interessen der Opfer und Betroffenen abgewogen werden. „Die Würde Foleys steht hier im Mittelpunkt“, sagte Tillmanns der Agentur.

Journalisten können sich bei der Abwägung, welche Fotos sie veröffentlichen, vor allem an den Ziffern 1 (Menschenwürde), 8 (Schutz der Persönlichkeit) und 11 (Sensationsberichterstattung) des Pressekodex orientieren. Auch frühere Entscheidungen des Presserats können als Grundlage dienen. So hatte der Presserat im Fall eines getöteten US-Bürgers im 2004 Irak Fotos gerügt, auf denen zu sehen war, wie einer der Mörder den abgetrennten Kopf in der Hand hielt. Dieses Foto war unangemessen sensationell. Auch zur Berichterstattung über die Entführung von Susanne Osthoff im Irak 2005 gingen diverse Beschwerden ein. Die Fotoveröffentlichungen, die die Entführte zeigten, hielt der Presserat für vereinbar mit dem Kodex.

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10. September 2014

Bei Facebook & Co. gilt für Redaktionen der Pressekodex

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Beschwerdeformular

Falsche Tatsachen oder saubere Recherche? Jede Person kann sich beim Presserat über journalistische Beiträge in Zeitungen, Zeitschriften und deren Online-Auftritten beschweren und diese presseethisch prüfen lassen. weiter zum Beschwerdeformular

Stellungnahme zum neuen Sexualstrafrecht

Schon vor der Verabschiedung des Gesetzes zur Verschärfung des Sexualstrafrechts am 14.9.2014 hat der Deutsche Presserat verfassungsrechtliche Bedenken zum Entwurf geäußert. Eine ausführliche Stellungnahme zum Thema (Stand: 7.8.2014) finden Sie hier.

Pressekodex

Pressekodex

Der Pressekodex ist das ethische Regelwerk für die journalistische Arbeit. Es enthält klare Spielregeln hinsichtlich einer verantwortungsvollen Berichterstattung und eines angemessenen journalistischen Verhaltens. Hierzu gehören vor allem die Regeln zur Achtung der Wahrheit, zur Sorgfaltspflicht bei der Recherche sowie zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte.
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Pressemitteilungen

Hier finden Sie die aktuellen Ergebnisse aus der Arbeit der Beschwerdeausschüsse. mehr lesen

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Rüge, Missbilligung oder Hinweis, wie hat der Presserat entschieden? Hier können Sie online in der Spruchpraxis des Presserats Beschwerdefälle von 1985 bis heute recherchieren.
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Edda Eick, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

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Jahresbericht des Presserats 2013

Wie stellt sich der Deutsche Presserat den Herausforderungen des digitalen Zeitalters? Wie weit wird er künftig seinen Zuständigkeitsbereich ausdehnen können und wollen? Wo sollen die ethischen Grundsätze der journalistischen Selbstkontrolle durchgesetzt und überwacht werden? Die Sprecherin des Presserats Ursula Ernst und Geschäftsführer Lutz Tillmanns ziehen eine Bilanz des vergangenen Jahres Gremienarbeit und blicken auf die Zukunft der Selbstkontrolle. mehr lesen