Beschwerden zur Berichterstattung über Anschlag in Berlin

Mehrere Beschwerden lagen dem Deutschen Presserat über Berichterstattungen zum Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz vor. Nicht verstoßen gegen den Pressekodex hat ein Handy-Video, das unmittelbar nach dem Anschlag von einem Reporter einer Tageszeitung am Tatort aufgenommen und in der Online- bzw. Facebook-Ausgabe veröffentlicht worden war. Die Darstellung war weder unangemessen sensationell, noch wurden Persönlichkeitsrechte verletzt, entscheid der Presserat. 

Ebenfalls als unbegründet bewertet wurde die Beschwerde gegen die identifizierbare Abbildung des getöteten Lastwagenfahrers sowie weiterer Opfer, deren Angehörige sich selbst an die Öffentlichkeit gewandt hatten. Die Beschwerden richteten sich gegen die Online-Ausgabe einer Tageszeitung sowie einer Zeitschrift. Mit einer Missbilligung sanktioniert wurde hingegen die Darstellung der Leiche des Attentäters in einer Tageszeitung. Über den Attentäter selbst durfte nach Ansicht des Presserats aufgrund der Dimension der Tat identifizierend berichtet werden, jedoch überschreitet die explizite Darstellung der Leiche in Nahaufnahme die Grenze zur Sensationsberichterstattung nach Ziffer 11 des Pressekodex. Über die Beschwerden hat der Presserats am 23. März 2017 entschieden. Lesen Sie hier die ausführliche Pressemitteilung.

Aktuelles

24. März 2017

Opfer müssen anonym bleiben

Der Deutsche Presserat hat auf seinen Beschwerdeausschuss-Sitzungen am
21., 22. und 23. März 2017 wegen schwerer Verstöße gegen den Pressekodex...

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23. März 2017

Beschwerden zu Trump-Cover als unbegründet bewertet

Der Deutsche Presserat hat sich auf seiner Beschwerdeausschuss-Sitzung am 23.03.2017 mit dem Trump-Cover des SPIEGEL "America first" beschäftigt und...

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22. März 2017

Plenum beschließt neue Richtlinie 12.1

Der Deutsche Presserat hat  die eigenständige Verantwortung der Medien beim Diskriminierungsschutz bekräftigt. Das Plenum des Presserats beschloss am...

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23. Februar 2017

Presserat zieht Bilanz - Jahresbericht erschienen

Der aktuelle Jahresbericht des Deutschen Presserats ist erschienen. Auch 2016 war die Freiwillige Selbstkontrolle ein gefragter Ansprechpartner in...

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09. Dezember 2016

Presserat rügt Diskriminierung von Nordafrikanern

Der Deutsche Presserat hat auf seinen Beschwerdeausschuss-Sitzungen am 06., 07. und 08. Dezember 2016 wegen schwerer Verstöße gegen den Pressekodex...

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Pressemitteilungen

Hier finden Sie die aktuellen Ergebnisse aus der Arbeit der Beschwerdeausschüsse. mehr lesen

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Kontakt Presse

Edda Eick, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

eick(at)presserat(dot)de
Tel: 030/367007-13

Statistiken

Die Bilanz der Beschwerdearbeit für 2016 steht fest: 1.851 Leser wandten sich im Jahr 2016 an die Freiwillige Selbstkontrolle. Nach dem Rekordjahr 2015 mit 2.358 Beschwerden ging die Zahl der Beschwerden leicht zurück. Doch hinter der Rekordzahl aus dem Vorjahr verbergen sich, vor allem bedingt durch den Germanwings-Absturz, 567 Sammelbeschwerden über Berichterstattungen. In 2016 gingen nur 199 Sammelbeschwerden ein. Mehr lesen

Beschwerdearbeit - Termine im Juni

Die nächsten Sitzungen der Beschwerdeausschüsse 1 + 2 + 3 des Presserats finden am 12., 13. und 14. Juni 2017 in Berlin statt.

Datenbank

Rüge, Missbilligung oder Hinweis, wie hat der Presserat entschieden? Hier können Sie online in der Spruchpraxis des Presserats eine Auswahl an Beschwerdefällen von 1985 bis heute recherchieren.
zur Online-Recherche

Medienöffentlichkeit in Gerichtsverfahren

Der Deutsche Presserat hat gemeinsam mit einem Medienbündnis zum Gesetzentwurf Stellung genommen, das die Erweiterung der Medienöffentlichkeit in Gerichtsverfahren betrifft. Die beabsichtigten Schritte sind aus Sicht des Presserats unzureichend. Angesichts des technischen Wandels und des damit verbundenen Bedeutungszuwachses von audiovisuellen Medien erscheint eine Öffnung der Rechtsprechung für die Presseberichterstattung mit Blick auf die Pressefreiheit unbedingt geboten. Mehr lesen

Jahresbericht

Der Jahresbericht ist erschienen. Darin zieht Sprecher Manfred Protze Bilanz über 60 Jahre Selbstkontrolle. Thema ist auch die Beschwerdearbeit im Jahr 2016.